7.Februar 2026 Déjeuner Amical im Restaurant Schlosswirt

Wenn Mauern erzählen könnten, der Schlosswirt zu Anif würde vermutlich leise lächeln und sagen: „Auch das haben wir schon sehr stilvoll erlebt.“ Seit Jahrhunderten empfängt dieses traditionsreiche Haus vor den Toren Salzburgs Reisende, Genießer und Persönlichkeiten – und hat sich dabei stets jene Mischung aus Bodenständigkeit und Noblesse bewahrt, die man nicht lernen, sondern nur leben kann. Ein idealer Rahmen also für unser Déjeuner Amical, das sich ebenso entspannt wie anspruchsvoll präsentierte.

Schon beim Eintreten wurde klar: Hier ist man nicht einfach Gast, sondern willkommen. Das Servicepersonal agierte aufmerksam, umsichtig und mit jener unaufdringlichen Souveränität, die man erst dann wirklich schätzt, wenn sie vollkommen selbstverständlich wirkt. Gläser blieben nie leer, Wünsche wurden erfüllt, bevor sie ausgesprochen waren – kurzum: Service, wie man ihn sich wünscht.

Bereits der Aperitif, der NV Brut Rosé Reserve vom Weingut Topf, Strassertale, setzte den Ton des Mittags auf erfreulich beschwingte Weise. Mit feiner Perlage und animierender Frische spiegelte er die heitere, von Beginn an spürbare Stimmung wider, die den gesamten Anlass durchziehen sollte. Die offizielle Eröffnung durch Chancelier Provinical Commandeur Helmut Ponstingl sowie die herzliche Begrüßung durch Restaurantleiter Sebastian Richter verliehen dem Déjeuner eine angenehme Mischung aus Wertschätzung, Charme und Leichtigkeit.

Den kulinarischen Auftakt machte hausgemachtes Sauerteigbrot, begleitet von einem aromatischen Paradeiseraufstrich und herzhaftem Wurzelspeck – bodenständig, ehrlich und genau richtig, um den Gaumen zu öffnen.

Es folgte ein eleganter Hummer-Raviolo auf Blattspinat, veredelt mit Trüffel – ein Gericht, das leise Luxus flüsterte, statt laut damit zu prahlen. Das vom Restaurantleiter selbst hergestellte Pilzsalz durfte von den Gästen selbst zur eigenen Geschmacksrichtung passend verwendet werden – eine Neuheit, die zu amicalen Gesprächen bei Tisch anregte. Der begleitende Chardonnay Ried Stein 2022 vom Weingut Alphart, Traiskirchen, zeigte sich präzise, mineralisch und wunderbar balanciert.

Mit einer sehr intensiven Zitronengrasschaumsuppe, ergänzt durch Beef Tartare, Crostini und Chakalaka Dip, wurde es spielerisch und weltoffen. Ein kleiner kulinarischer Dialog zwischen Fernweh und Klassik.

Der Hauptgang präsentierte sich kraftvoll und elegant zugleich: Zweierlei vom Bio-Rind – Filet und Backerl – begleitet von Erbse, knuspriger Zwiebel und Tomatenmarmelade. Dazu ein großer Auftritt aus der Doppelmagnum: die Cuvée Redmont 2019, aus Zweigelt, Blaufränkisch und Merlot bestehend, vom Weingut Markowitsch, Göttlesbrunn, tiefgründig, strukturiert und mit langem Nachhall.

Bevor der süße Schlussakkord erklang, erlaubte sich Sebastian Richter eine ebenso kenntnisreiche wie charmante Einlage: In einem augenzwinkernden „literarischen Gang“ widmete er sich der Kulturgeschichte von Käse und Kas, was nicht nur für amüsierte Aufmerksamkeit, sondern auch für zustimmendes Schmunzeln sorgte. Die Theorie blieb erfreulicherweise nicht abstrakt – wenig später wurde sie in Form feiner kleiner Käsehäppchen genussvoll zu Tisch gebracht und mit sichtlicher Freude goutiert.

Den süßen Abschluss bildete eine fein ausbalancierte Komposition aus „Süß-Sauer“-Baiser, weißer Schokolade, Yuzu und Ingwer – eine Freude für Gaumen und Augen. Die dazu gereichte Asia Cuvée 2023 mit Trauben von Grünem Veltliner, Weißburgunder, Riesling und Traminer vom Weingut Mayer am Pfarrplatz, Wien, erwies sich als überraschend harmonischer Begleiter und rundete das Menü mit Frische und Raffinesse ab.

Den offiziellen Schlusspunkt setzte eine ebenso wertschätzende wie pointierte Laudatio von Chancelier Provincial Commandeur Helmut Ponstingl und Conseiller Culinaire Provincial KM Hans Kögl, die das Menü, die Küche und die Gesamtleistung des Hauses mit treffenden Worten würdigten. Ein besonderer Moment war die Überreichung der Urkunden an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Verleihung des Chaînentellers an das Haus – Auszeichnungen, die mit sichtlicher Freude und berechtigtem Stolz entgegengenommen wurden.

Ein Mittag, der gezeigt hat, dass Freundschaft, Kulinarik und gelebte Tradition eine äußerst genussvolle Verbindung eingehen können – ganz im Sinne unseres Ordens und mit einem Lächeln im Glas.

Mag.a Sabine Dorfer
Chargée de Presse Provinciale

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