Wenn das Chaîne-Jahr in Tirol kulinarisch beginnt, dann mit Stil, Wärme und einer Prise italienischer Lebensfreude. Genau das bot die Jahresauftaktveranstaltung des OMGD im genusskultivierten La Botte di Bacco (Alt-Kitzbühel) – eine Adresse, die seit Jahren für viele ein Fixstern in der Kitzbüheler Gastro-Szene ist; und andere haben wohl an diesem Tag ihr neues Lieblingslokal gefunden.
Das La Botte di Bacco steht für authentische italienische Küche, gelebte Gastfreundschaft und eine Atmosphäre, in der man sich sofort willkommen fühlt. Die sympathischen italienischen Gastgeber, Vittoria und Flavio d’Auria, verstehen es meisterhaft, Professionalität mit Herzlichkeit zu verbinden – stets mit einem Lächeln, das mehr sagt als tausend Worte, und einer Leidenschaft, die man nicht nur schmeckt, sondern auch spürt.
Unter dem Motto Die Toskana zu Gast in Kitzbühel wurden die Gäste, die auch diesmal wieder aus den verschiedensten Bailliagen den Weg nach Tirol gefunden haben, kulinarisch und lukullisch in eine der malerischsten Regionen Europas entführt.
Der Aperitif bot den idealen Rahmen für ein herzliches Wiedersehen: Bei einem Glas Antinori Marchese Brut, Cuvée Royale Franciacorta wurde angestoßen, gelacht und das neue Genussjahr in bester Gesellschaft willkommen geheißen. Die Atmosphäre war gelöst, die Vorfreude spürbar – ein Auftakt, wie er stilvoller kaum sein könnte.
Im Anschluss begrüßte Bailli du Tyrol Hartmut Leeker gemeinsam mit Vittoria d’Auria die Gäste mit gewohnt souveräner Herzlichkeit. Seine Worte spannten den Bogen zwischen Genusskultur, Freundschaft und der Freude am gemeinsamen Erleben – präzise, wertschätzend und mit jener feinen Leichtigkeit, die den Ton dieses Nachmittags vorgab.
Danach meldete sich erstmals die Küche zu Wort – und das mit Nachdruck: Die frittierte „Heigwolke“, begleitet von zart schmelzendem Lardo di Colonnata, toskanischem Brot und jungem Olivenöl aus Panzano in Chianti,Alessio war ein erster kulinarischer Gruß, der keinen Zweifel ließ, dass Genuss hier nicht nur versprochen, sondern zelebriert wird.
Mit dem „A“ Rosato, Fattoria Aldobrandesca, Sovana führte der Weg mit Leichtigkeit zum modern interpretierten Vitello Tonnato – zartrosa gegartes Kalbfleisch, eine fein abgestimmte Thunfisch-Essenz, Kapern aus Pantelleria und Sardellen von der Amalfiküste. Ein Auftakt, der unmissverständlich klar machte, dass Hunger in diesem Haus bestenfalls eine theoretische Größe ist.
Ein kleiner Zwischengang zur Freude von Gaumen und Seele - Bignè mit Foie gras, Pecorino-Fondue und schwarzem Trüffel aus San Gimignano – zeigte die opulente Seite der Toskana.
Mit dem Insoglio del Cinghiale, Tenuta di Biserno, Bibbona, betrat ein kraftvoller, aber eleganter Rotwein die Bühne. Dazu: hausgemachte Spinat-Ricotta-Ravioli „Maremma Mia“ mit sanfter Parmesancreme und Birne, ein Komfort auf Sterneniveau, bei welchem so mancher sein neues Lieblingsgericht gefunden hat.
Begleitet vom Solosole Vermentino Bolgheri DOC von Poggio al Tesoro, Castagneto Carducci, wurde der Hauptgang, Goldbrasse im hauch-dünnen Tempuramantel, Blattspinat, ein Hauch Honig & Chili, Tropea-Zwiebeln und Bitterorangenmarmelade serviert.
Zum Finale setzte das Sgroppino wahlweise aus Wodka oder Prosecco und Zitrone einen erfrischend klaren Akzent, bevor der Prosecco Rosé DOC Brut (Casa Canevel, Valdobbiadene) perlend ins Glas kam und den Nachmittag stilvoll ausklingen ließ.
Besonders geschätzt wurden einmal mehr die charmanten Erläuterungen von Conseiller Gastronomique Provincial, Grand Commandeur, Komm.Rat Peter Morandell, der es versteht, Weinwissen lebendig, verständlich und unterhaltsam zu vermitteln. Seine Ausführungen erinnerten zugleich an die lange und gewachsene Tradition der Zusammenarbeit zwischen der Chaîne, ihren Mitgliedbetrieben und dem Haus Morandell – eine Partnerschaft, die auf Vertrauen, Qualität und echter Genusskultur beruht.
Als Jahresauftaktveranstaltung, noch dazu eine Woche vor der legendären Streifabfahrt, hätte der Rahmen kaum passender sein können: konzentrierter Genuss vor dem sportlichen Ausnahmezustand, kulinarische Ruhe vor dem alpinen Sturm.
Mit diesem Nachmittag ist die Vorfreude geweckt – auf zahlreiche weitere genussreiche, inspirierende und unvergessliche Veranstaltungen, die vor uns liegen. Wenn das Jahr so beginnt, darf es gerne genauso weitergehen.
Mag.a Sabine Dorfer