Willkommen beim Ordre Mondial 

Aktivitäten 2009 

16.- 18. 10.2009 Ordre Mondial des Gourmets Degustateurs -Burgenlandfahrt


Cheres Consoeurs, Chers Confreres,

Die zweite Weinreise des Ordre Mondial des Gourmets Degustateurs vom 16. bis 18.Oktober 09 in`s schöne Burgenland begann wie ein gelungenes Menü beginnen sollte: mit einem prickelndem Aperitif. Nicht weniger als 30 verschiedene Sekte und Frizzante hat das Hause Szigeti in Gols am Nordostufer des Neusiedler Sees im Sortenprogramm. Ein gutes halbes Dutzend davon – degoustiert nach einer gründlichen Kellerbesichtigung und kommentiert von dem geborenen Marketingmann Peter Szigeti - brachte Kreislauf und Stimmung der vierzigköpfigen Ordre Mondial Truppe rasch auf Betriebstemperatur. Immerhin war man ja aus einem bereits adventlich angehauchten Salzburg abgereist, so dass sich Echanson Nat. RA Max Schneider, der die Fahrt wieder zusammen mit Helmut Ponstingl organisiert hatte, des Bonmots vom „Nickolauspackerl“ nicht enthalten konnte, als er Bailli Georg Imlauer für die roten Proviantsackerln dankte. Nun – nach Check-in und Mittagessein im Hotel „ zur Wende“ in Neusiedl - stand man also inmitten von Magnums, Jeroboams ,Methusalems, Salmanazars oder Nebukadnezars – letztere fassen immerhin 15 Liter Sekt- und ward tief in die Geheimnisse von Flaschengärung, Rütteln, Dégorgieren oder Dosagen eingeführt.

Ein größerer Kontrast als der zwischen den Szigeti Brüdern, die sich 1990 vorgenommen hatten, mit ihrer Sektkellerei auch gleich eine neue österreichische Sektkultur zu begründen und in die weite Welt zu exportieren und dem Weingut Meinklang in Pamhagen hart an der ungarischen Grenze, lässt sich schwerlich finden. Wie der still lächelnde, biodynamisch wirtschaftende Winzer Werner Michlits von Naturkreislauf, kosmischen Kräften, eingegrabenen Kuhhörnern, hofeigener Düngerversorgung und wesensgemäßer Erkenntnis des Stofflichen sprach, war beeindruckend, ebenso wie viele seiner Weine. Dass sich der Herr über eine gut 2000 Hektar große Landwirtschaft mit dreihundert Angusrindern und nahezu 60 Hektar Wein nicht zu gut war, zusammen mit seiner Mutter die Ordre Mondial Gruppe auch noch zu bewirten und persönlich Teller und Besteck abzuräumen und das obwohl seine drei Kleinkinder alle mit plötzlichem Fieber im Bett lagen, deutet auf eine Bodenhaftung, die ihresgleichen sucht.

Die erste Station am zweiten Tag war das hochherrschaftliche Schloss Halbturn – gelegen zwischen Gols und Frauenkirchen - der bedeutendste Barockbau des Burgenlandes. Wie man beim einem Glas aus Spätburgunder gekeltertem Brut Rosé Koenigsegg Oeil de Perdrix (vulgo Rebhuhnauge ) im Freskensaal erfuhr, wurde Halbturn im Jahre 1711 von Lucas v. Hildebrandt unter der Regierungszeit Kaiser Karl VI. erbaut und diente als Jagd- und Sommerresidenz. Maria Theresia brachte hier acht ihrer sechzehn Kinder auf die Welt. Nach dem Krieg hatte die russische Besatzung das Bauwerk ruiniert und der Brand von 1949 tat ein Übriges. Zum Glück blieb das herrliche Deckenfresko von Franz Anton Maulbertsch im Hauptgebäude erhalten - eine zauberhaft in Szene gesetzte "Allegorie der Zeit und des Lichtes". Die Halbturner Weine und die Perfektion, die man ihnen vom Rebgarten bis zum Barriquekeller angedeihen lässt, sind außergewöhnlich.
Nach dem Mittagessen mit Degustation im Schlosskeller stand ein weiterer großer Name der Burgenländischen Winzerszene auf dem Programm: Josef Umathum. Auch er ist ein biodynamisch wirtschaftender Weinbauer, dessen Verantwortungsbewusstsein für Flora und Fauna besonders bei der Wanderung durch seine Weinterrassen zu Jois augenscheinlich wurde. Während man die wieder aufgerichteten Kalksteinmauern des schon den Kelten heiligen "Hollerpirchel" erklomm – er ist mit 128 m ü. M. die höchste Erhebung am Neusiedler See- und Umathum von der Wertigkeit der von ihm zugekauften und rekultivierten uralten Spitzenlagen sprach, flutete die Nachmittagssonne- soviel zum Wetter- den benachbarten Hackelsberg, dass ihn ein Waldmüller nicht schöner hätte malen können.
Abends in der Blauen Gans, beim Galadiner, traf man sich mit Josef Umathum wieder, weil die begleitenden Weine aus seinem Gut kamen und von ihm vorgestellt wurden. Dazu servierte die aufmerksame Schwarze Brigade als Amuse-bouche gebackene Garnelen mit süßscharfer Sauce und folgendes, fünfgängiges Gala-Diner: Gänseleber mit Jungaal und Granny Smith ( kühn!) lauwarmer Seesaibling mit Schwarzwurzelgemüse (exzellent) Gebratenes und Geschmortes vom Seewinkler Steppenrind mit weißem Polenta, Oliven und Sellerie, französische Käseauswahl sowie einen köstlichen, luftigen Topfenschmarren mit eingelegten Früchten.

Willkommene Abwechslung zu den Kellerführungen bot der Sonntagvormittag in Gestalt des sympathischen Herrn Johannes Pinterits- seines Zeichens Österreichs (bis vor kurzem) einziger Safrananbauer. Sein Crocus sativus Feld nahe Klingenbach bei Eisenstadt und eingefriedet von noch nicht abgeernteten Kukuruzfeldern schien auf den ersten Blick unspektakulär, gab aber Gelegenheit aus dem Munde des eloquenten, ehemaligen Leiters der Volksgruppenredaktion des ORF Burgenland und Neo-Landwirts (fast) alles über die achthundertjährige, erst im 19, Jahrhundert abgeschnittene, Tradition des österreichischen Safrananbaus, über die unglaubliche Mühsal der Ernte, über Qualität und Preis (24 Euro/Gramm) und die kulinarische Bedeutung des teuersten Gewürzes zu erfahren.
Mit der Besichtigung der esterhazyschen, ultra modernen und wahrscheinlich auch ultra kostspieligen Kellerei schloss der Streifzug durch die burgenländische Weinszene. Bei der Heimfahrt kam bald nach Wien auch der Regen wieder auf, den man die drei Tage eigentlich gar nicht vermisst hatte und der Wunsch , Max Schneider und Helmut Ponstingl, der per SMS aus Australien an der Reise Anteil nahm, mögen sich doch bald möglichst über eine allfällige nächste Fahrt dieser Art Gedanken machen. Max Schneider ließ immerhin durchblicken, dass in zwei Jahren eine neuerliche Ordre Mondial- Reise nicht ausgeschlossen sei. Ihm noch einmal ein herzlicher Dank für die gelungene Organisation und die - vom Ehepaar Dr. Köstler – unterstützte Reiseleitung.

Georg Impler





 

05.06.2009 Whisky-Verkostung im K + K-Restaurant, Salzburg


Den Mitgliedern des Ordre Mondial des Gourmets Degustateurs ist es schon eine liebe Gewohnheit, zahlreich zu den verschiedensten Verkostungen ins K + K, Salzburg zu kommen. Wie schon so oft, hatte sich unser Vice Echanson und früherer "Hausherr“ im K + K mit seinem Nachfolger, Direktor Andreas Roth wieder einmal eine Verkostung der besonderen Art ausgedacht, dieses Mal sollten wir alles über den hochwertigen schottischen Single Malt Whisky erfahren.


Zu diesem Zweck versammelten wir uns in den hübschen, rustikalen Räumen des K + K und lauschten Dipl. Sommelier Edwin Heider, der uns ausführlich die schottische Whisky-Welt näher brachte.

Anhand eines Videos erläuterte er uns die typischen Eigenschaften der schottischen Single Malt Whiskies und deren geschichtlichen Zusammenhänge, Produktionsmethoden und Art der Faßlagerung. Nach dieser "farblichen" Einstimmung wurde uns der erste Whisky serviert, ein 10 Jahre alter Auchentoshan aus den Lowlands, dem südlichen Teil Schottlands, womit der informative Abend seinen Lauf nahm.
Der Vergleich zwischen einem AnCnoc, 12 Jahre und einem Springbank, 16 Jahre, zeigte uns deutlich die großen Unterschiede, die die Verwendung verschiedener Fässer beim Whisky verursacht. Insbesonders fiel der Springbank auf, der 16 Jahre im Rumfaß lagerte und süßliche Rum-Töne, wunderschön harmonisch eingebunden, spüren ließ. Dazu servierte Direktor Roth eine perfekte Geflügelgalantine mit eingelegter Fenchel und Birnenchutney.
Zum Haggis mit Sellerie und Karottenpüree - ein schottisches Traditionsgericht vom Lamm, servierte uns Sommelier Heider einen 1989 Balblair, der eine wuchtige, starke und relativ dunkle Note zeigte.

Perfekt zum nächsten Gang, der Tranche von einem rosa gebratenem Roastbeef mit einer „echten“ Sauce Béarnaise, passte perfekt ein 12 Jahre alter Old Pulteney, von der nördlichsten Destillerie auf dem schottischen Festland, der eine äußerst kräftige Note zeigte.
Der folgende Bruichladdich, 16 Jahre, überraschte in der Kombination mit der Nachspeise, Orangenmarmeladenparfait und Mousse von der Bitterschokolade, die eine perfekte Einheit bildeten. Dieser Whiskey lag 16 Jahre in einem Sauternfaß und zeigt süße Sauternnoten, die ideal zu dieser Nachspeise harmonierten. Vielleicht liegt es auch daran, dass dieser ungewöhnliche Whisky auf der südlichsten Insel der Hebriden, der Insel Islay direkt am Ufer des Loch Indaal destilliert wird. Die Malts von Bruichladdich, sind nicht so torfig und rauchig, da das Wasser auf dieser Insel sehr wenig torfhaltig ist und auch die Gerste, die in der eigenen Mälzerei erzeugt wird, einen sehr geringen Torfanteil aufweist.

Exakt das Gegenteil zeigte uns der Ardbeg Uigeadail, ein sehr rauchiger und dunkler Whisky, der uns den völlig entgegengesetzten Charakter des zuvor getrunkenen, Bruichladdich zeigte. Dazu passte Käse vom geräucherten Cedar, der vom rauchigen Whiskey nicht übertönt wurde.
Nun folgte ein 15 Jahre alter Old Pulteney, der mit einer Fassstärke von 54 Volumenprozent enorm starke und intensive Whisky-Töne vermittelte.
Als zusätzliches „Schmankerl“ und außerhalb des Menüs kam ein 32 Jahre alter Balblair 75, der im Sherryfaß über Jahrzehnte eine tief dunkle Farbe mit intensivsten Whiskey- und Sherrytönen hervor bringt.

Echanson National, Max Schneider, bedankte sich zum Ende des Abends ganz herzlich bei den Organisatoren Helmut Ponstingl und Direktor Andreas Roth, die es wieder einmal verstanden hatten, den Freunden des Ordre Mondial des Gourmets Degustateurs eine ungewöhnliche und hochinteressante Verkostung darzubieten. Dank gebührt auch dem Dipl. Sommelier Edwin Heider, der auf sympathische Art, äußerst informativ, den Freunden die vielen Nuancen der Whiskey-Welt rund um den Single Malt aus Schottland darbot
 





 

06.03.2009 Weinverkostung in Döllerer´s Enoteca


D Wie schon in den vergangenen Jahren war der große, lange Tisch in Döllerer´s Enoteca wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, als uns Hermann Döllerer zur Degustation von Sauvignon Blanc & Cabernet aus aller Welt, begleitet von einem Menü von Andreas Döllerer, ganz herzlich begrüßte.

An diesem Abend sollten zwei berühmte Rebsorten, nämlich bei den Weißen, Sauvignon Blanc und den Roten Cabernet aus den verschiedensten Regionen dieser Welt miteinander verglichen werden.

Bereits der Aperitif, ein uns noch nicht bekannter Champagne Lallier Premier Cuvee Selection versprach schon einen interessanten Abend.

Der erste Flight der Weißen, ein 2008er Two Oceans Sauvignon Blanc, Südafrika, ein 2007er Sauvignon, Giovanni Dri, Friaul, und ein 2007er Sauvignon Blanc Federspiel, Weingut Högl, Wachau, gaben den Auftakt für einen interessanten Vergleich, den beim "ersten Schluck" der Österreicher und der Südafrikaner für sich buchen konnten. Dazu servierte Andreas Döllerer Petersilienzander mit Rahmgurken, ein Traum von einem Zander, gewälzt in frischer Petersilie. Hier wurde nun der Unterschied deutlich, was es heißt, einen Wein für sich alleine zu genießen, oder aber ihn mit dem passenden Essen zu kombinieren, in diesem Fall waren sich alle Freunde einig, dass nun der Friauler von Giovanni Dri eindeutig die „Nase“ vorne hatte.

Der zweite weiße Flight sollte uns die "schwerere Variante" des Sauvignon Blanc´s näher bringen, ein 2007er Grassnitzberg von Tement, Südsteiermark, ein 2007er Sancerre Vieulles Vignes, Domaine Fournier, Loire und ein 2007er Sauvignon Blanc, Cloudy Bay aus Neuseeland. Dazu wurde ein Huchen mit Garam Marsala, getrockneten Paradeisern und Galgant serviert, ein herrliches Stück Donausaibling mit einer ungewöhnlichen asiatischen Würznote, die zu Begeisterungsstürme der Freunde führte. Schnell war man sich einig, dass zu diesem "wuchtigen" Fischgericht der Neuseeländer, aber auch der südsteierische Sauvignon Blanc die Kraft dieses Gerichtes gut vertragen konnten.

Nach einem ausgiebigen Fototermin (siehe beiliegendes Gruppenfoto) widmete man sich dem ersten roten Flight, einem 2005er Cabernet Sauvignon Tribute, Caliterra aus Chile, 2006er Cabernet Sauvignon von Reinisch aus der Thermenregion und einem 2004er Cabernet Sauvignon Penfolds aus Australien, dazu ein Schopf vom Tauernlamm mit Saubohnen und süßem Pimeton (spanisches geräuchertes Paprikagewürz) mit einer wunderbaren Lammsoße, die keinen Wunsch offen lies. Hier gefiel der österreichische Vertreter aus der Thermenregion, aber auch der Chilene passte perfekt zu diesem intensiven Schopf-Lamm Geschmack.

Der vierte Flight, gemeinsam mit Käsespezialitäten aus der Region, einem 2000er Chateau Potensac, Bordeaux, einem 2000er San Leonardo, Tenuta San Leonardo, Trentin und einem 2003er Cabernet Sauvignon Barrel Select von Fetzer, Kalifornien boten einen würdigen Abschluss dieser umfangreichen Weindegustation bester Cabernet Sauvignon´s. Sieger dieses Flight´s war eindeutig der 2000er San Leonardo, ein wuchtiger, aber runder und intensiver Cabernet Sauvignon.

Zum Abschluss, ein 2003er Sauvignon Blanc Zieregg Eiswein von Tement in Kombination mit einer Mischung von der Ananas mit Nougat und Topfen, das eine geschmackliche Traumkonstellation bot.

Die überaus tüchtige Weinakademikerin Elfriede Wielander begleitete uns durch den Abend in perfekter Weise. Sie verstand es, charmant und sachkundig in aller Kürze die wesentlichen Besonderheiten der jeweiligen Weine vorzustellen und ein sachkundiges Urteil zu liefern.

Den beiliegenden Fotos kann man die gute Stimmung dieses Abends entnehmen, ein Abend mit viel Spass und intensiven Diskussionen.

Zum Abschluss dankte Echanson National, Max Schneider dem Team Elfriede Wielander und Andreas Döllerer und bestätigte in seiner kurzen Laudatio, dass Hermann Döllerer es stets vermag, den Freunden des Ordre Mondial ungewöhnliche Weinverkostungen darzubieten.

In seinen Dankesworten versprach Hermann Döllerer, im kommenden Jahr uns eine völlig neue Art der Weinverkostung vorzustellen, ohne uns aber das Geheimnis verraten zu wollen.

Schon heute freuen wir uns auf das kommende Experiment.


Bilder der Veranstaltung
 


 

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